Foto: Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

Vier Schulen im Kurzportrait

am 07. Mai 2018 | von

Von einer Exkursion an Schulen der Region Köln und Aachen haben wir Beispiele für Um- und Neubauten mitgebracht.

Erzbistümliches Berufskolleg, Köln (2016)
Mit dem Neubau des katholischen Berufskollegs von 3pass Architekten Köln wurden drei bisher separate Standorte in einem Schulbau vereint, in dem 1.000 Schüler/innen in erzieherischen, sozialpädagogischen und heilpflegerischen Berufen ausgebildet werden. Der viergeschossige, polygonale Bau wirkt von außen kompakt, überrascht im Innenraum aber mit einem lichtdurchfluteten Atrium, das dank einer Dachkonstruktion mit pneumatischen ETFE-Kissen entstanden ist. Das Atrium lädt mit seiner breiten Freitreppe und einer über vier Geschosse erlebbaren Höhe zu einer vielseitigen Nutzung ein: als Foyer, Begegnungsort und Veranstaltungsraum für Lehrveranstaltungen, Messen oder andere öffentliche Veranstaltungen. Die Mensa im Erdgeschoss kann in das Atrium hin vergrößert werden. Gegenüber befindet sich die Bibliothek, die sich auch mit einem großen Fenster zur Straße hin öffnet. Die Einrichtung und die Materialität ist hochwertig und macht diese Nutzungen zu besonderen Räumen. In den Obergeschossen sind die Unterrichtsräume untergebracht. Die Reihung der Räume wird immer wieder durch offene Lernzonen unterbrochen, die durch die Nutzer/innen frei bespielbar sind.

Weitere Informationen, Bilder und Pläne unter: http://www.3pass.de/de/projekte/projekt.php?id=93#

Foto: Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

Gesamtschule Hürth (2017)
Der vom Stuttgarter Büro h4a entworfene Neubau liegt im nördlichen Randbereich der Stadt an einer von Grünflächen geprägten Landschaft. Das Gebäude besteht aus drei in sich verschränkten Baukörpern, die jeweils über eigene Innenhöfe belichtet werden. Im viergeschossigen Hauptbaukörper sind Verwaltung, Fachklassen und öffentliche Nutzungen wie Foyer, Aula und Mensa untergebracht. In den weiteren Baukörpern befinden sich die Jahrgangsklassen für 1.000 Schüler/innen, die als Jahrgangscluster gestaltet wurden. Die Schule hat im Schuljahr 2017/18 den Betrieb in den neuen Räumen aufgenommen. Noch wirken die großen Flächen der fünfzügigen Gesamtschule leer und noch nicht „erobert“, da erst ca. 460 Schüler/innen die Schule besuchen. Die Schule befindet sich im Aufbau. Jedes Jahr wird ein neuer Jahrgang hinzukommen.

Weitere Informationen, Bilder und Pläne unter: http://www.h4a-architekten.de/de/projekte/gesamtschule-h%C3%BCrth

Foto: Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

Gymnasium der Stadt Alsdorf (2017)
Der Neubau nach Entwürfen der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) vereint Gymnasium und Realschule unter einem Dach und besteht formal aus zwei gespiegelten Hufeisentrakten. Die Schule dient als kulturelle Mitte zwischen Innenstadt und benachbartem Wohnquartier und tritt in Dialog mit der historischen Kraftzentrale, in der das Kultur- und Bildungszentrum (gefördert durch das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“) untergebracht ist. Der gymnasiale Zweig orientiert sich an dem Unterrichtskonzept „Daltonplan of Education“, das der Idee des lernübergreifenden, gemeinschaftlichen Unterrichts und der Förderung einzelner Gruppen folgt. Da die Schule sich erst nach dem Architekturwettbewerb mit Ihren Bedarfen in die Planung einbringen konnte, konnte die Struktur des Schulgebäudes noch durch Sitznischen in den Fluren und durch Veränderung der Raumgrößen an das pädagogische Konzept der Schule angepasst werden. Durch das benachbarte Kultur- und Bildungszentraum konnten Synergien mit dem Stadtteil hergestellt werden: Die Schule nutzt die Räume der Musikschule am Vormittag. Ebenso ist das Stadtteilrestaurant als Mensa für die Schule nutzbar. Darüber hinaus wird große Veranstaltungsraum von Schule und Stadtteil gleichermaßen genutzt.

Weitere Informationen, Bilder und Pläne unter: http://www.gmp-architekten.de/aktuell/2376gmp-stellt-schulgebaeude-des-kultur-und-bildungszentrums-in-alsdorf-fertig/

Foto: Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

4. Gesamtschule Aachen (2017)
Mit Blick auf die steigende Nachfrage nach Plätzen an Gesamtschulen genehmigte die Bezirksregierung Köln im August 2011 die Einrichtung einer 4. Aachener Gesamtschule. Bereits zum Schuljahr 2011/2012 konnte die vierzügige, integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe und gebundenem Ganztag in den Räumen der ehemaligen David-Hansemann-Realschule ihren Lehrbetrieb aufnehmen. Für die Entwicklung einer modernen und zeitgemäß ausgestatteten Ganztagsschule beauftragte die Schulverwaltung der Stadt Aachen Hausmann Architekten mit der Durchführung einer „Phase Null“. Auf Grundlage der Ergebnisse wurden anschließend Räume für ein experimentelles Lehrkonzept, bestehend aus Projektzeiten, Werkstätten und Lernbüros, geschaffen. So wurden auch Räume für Differenzierung, Inklusion, Ruhe oder eine Lehrküche in das Raumprogramm aufgenommen, die ursprünglich nicht in der geplanten Erweiterung des ehemaligen Realschulgebäudes vorgesehen waren. Aus dem angepassten Raumprogramm des Wettbewerbs entwickelten die Architekten von KRESINGS (Münster) Räume für freies Lernen oder Unterricht im Klassenverband, einen Ruheraum sowie einen verglasten Teamquader für Lehrer, der jeweils das Zentrum der Organisationseinheit bildet. Die Erschließungszonen wurden mit Sitznischen und -bänken in den Wänden zu einer multifunktionalen Lern- und Kommunikationszonen ausgebildet. Die beiden „Türme“ (Bestand der Realschule) sind durch einen Neubau miteinander verbunden, der gemeinschaftlich genutzte Bereiche (Entrée und Mensa) beherbergt und auch für Abend- und Wochenendveranstaltungen genutzt werden kann. Die Schule besuchen derzeit 623 Schüler/innen.

Weitere Informationen, Bilder und Pläne unter: http://www.kresings.com/architektur-4te-gesamtschule-aachen-kresings-architekt-muenster.html

Foto: Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

Grund- und Hauptschule Bülowstraße (Köln)
Der Charakter des Schuldorfs der 1964 von Rudolf und Maria Schwarz gebauten Schule wurde im Zuge der umfassenden Sanierungsmaßnahmen und geringfügigen Umbauten des Architekturbüros von Reinhard Angelis vollkommen erhalten. Die sorgfältige Detaillierung, die Materialwahl und die Farbgebung, die einzelne, individuelle Orte in diesem Schuldorf betont, beeindrucken besonders. Großzügige Fensterbänder und gegenüberliegende Oberlichter schaffen ein hohes Maß an natürlicher Belichtung und öffnen die Räume in den Außenraum. Auch durch die Materialität des Fußbodens entstehen wohnliche, großzügige und helle Unterrichtsräume, die auch den heutigen Ansprüchen scheinbar gerecht werden.

Weitere Informationen, Bilder und Pläne unter: www.angelis-architektur.de/

Foto: Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

Die Kommentare sind nicht mehr möglich

«