Illustration: Stefan Eling, Köln

Wenn Bildung in Deutschland ein Auto wäre

am 21. März 2016 | von

Alexander Dobrindt hat in der vergangenen Woche den nationalen Bundesverkehrswegeplan vorgestellt. Dabei gibt es noch ganz andere Infrastrukturen, die wir zum Weiterkommen brauchen.

Die Nachricht beherrschte letzte Woche für einige Tage die Schlagzeilen: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt stellte öffentlichkeitswirksam den nationalen Bundesverkehrswegeplan vor. In ihm wird die Investition von Bundeshaushaltsmitteln für die nächsten Jahre in die Sanierung, Erweiterung und den Neubau öffentlicher Infrastrukturen im Verkehrsbereich vorgestellt. Er macht dezidiert Aussagen über Priorisierungen der baulichen Aktivitäten und deren Verteilung auf die einzelnen Bundesländer.

Warum gibt es diese Meldung eigentlich nicht für den Schulbau?

„In Berlin hat heute der Bundesschulbauminister den mit den sechzehn Bundesländern in geheimen Verhandlungen abgestimmten nationalen Bundesschulbauplan in einer Bundeskonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt. Fünf Tage nach der Vorstellung des Bundesverkehrswegeplans durch Bundesverkehrsminister Dobrindt steht damit auch der zweitgrößte Investitionsposten für öffentliche Infrastrukturmaßnahmen vor der Umsetzung. Die Investitionssumme beläuft sich auf 32 Milliarden Euro über zehn Jahre …“

So oder ähnlich müsste eigentlich die im Umfang zur Verkehrsinfrastruktur ähnlich große öffentliche Aufgabe angefasst werden. Denn Investitionen in Bildung gehören mindestens ebenso zur öffentlichen Daseinsvorsorge für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft wie die Investitionen in Verkehrsinfrastrukturen.

Es ist zu hoffen, dass die nächste Bundesregierung – wer bzw. welche Parteien sie auch immer stellen werden – hier ein angemessenes Problembewusstsein in aktives steuerndes Handeln umsetzt. Es muss ja nicht gleich die Neueinführung eines Bundesschulbauministeriums sein. Aber ein wenig Wehmut mag einen schon beschleichen, wenn man an die letzte große Schulbauwelle der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückdenkt und die damals von der öffentlichen Hand getragenen Schulbauinstitute in den Ländern.

Zur zieldienlichen Unterstützung der aktuellen Schulbauwelle sollten zwischen BMBF und KMK 2017 die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, damit der Bund insbesondere auch im Lichte seiner Verpflichtung der Umsetzung der Inklusion diese verbindet mit der großen Zukunftsaufgabe des Schulbaus für das 21. Jahrhundert. Wenn wir uns als Land einer der führenden Automobilindustrien schnell und stark nach vorn bewegen wollen, müssen wir auch die Bildungswege auf den neuesten Stand bringen.

 

Illustration: Stefan Eling, Köln

 

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