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Schulen planen und bauen in Wuppertal: Unser erstes Pilotprojekt ist bezogen!

am 19. Juli 2019 | von

Am 10. Juli 2019 fand die offizielle Einweihung des sanierten und umgebauten Wilhelm-Dörpfeld Gymnasiums in Wuppertal statt, eines unserer ersten Pilotprojekte „Schulen planen und bauen“.

Die Schule war bereits im Januar eingezogen, letzte Woche wurde dann mit Schüler/innen, Lehrkräften, Eltern, dem Stadtteil, der Verwaltung und der Politik der Umzug und die Einweihung gefeiert. Auch wenn hier und da die Arbeiten an der Fassade und im Außenraum noch nicht fertiggestellt sind, scheint die Schulgemeinschaft sich in ihrem neuen alten Gebäude sehr wohlzufühlen.

Das Wuppertaler Projekt gehört zu den ersten Pilotprojekten „Schulen planen und bauen“, die wir mit einer Phase Null von September 2013 bis Oktober 2014 begleitet haben. Die Kommune hatte sich gemeinsam mit der Schule 2013 an unserer Ausschreibung beteiligt und wurde als einer der fünf Preisträger für eine Durchführung und Finanzierung der Phase Null ausgewählt.

Im Juli 2013 tagte zum ersten Mal die Lenkungsgruppe bestehend aus Schulleitungsteam, Stadtbetrieb Schule, Gebäudemanagement, Schulberatungsteam und der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft.

Am 11. November 2013 startete dann offiziell die Phase Null mit einer Auftaktveranstaltung in der Schule. Die Architektin Kirstin Bartels und Schulentwickler Raimund Patt sowie die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft haben die Schule und die Verwaltung in der Phase Null beraten, den Prozess moderiert und gesteuert. Nach einer ausführlichen Bestandsaufnahme und Hospitation, vier Workshops, zahlreichen Lenkungsgruppensitzungen und einer Lernreise zum Albert-Ernst-Gymnasium nach Ötting und zum Gymnasium Trudering nach München wurden die Ergebnisse der Phase Null vor der Schulkonferenz, dem Ausschuss für Schule und Bildung und der ganzen Schulgemeinschaft im Oktober 2014 vorgestellt.

Als Ergebnis eines anschließenden VGV-Verfahrens wurde das Architekturbüro Heuer & Faust 2015 mit der Umsetzung des erarbeiteten räumlich-pädagogischen Konzeptes von der Stadt beauftragt.

 

 

2019 ist die Schule nun nach vier Jahren Planungs- und Bauzeit nach den Winterferien eingezogen. Der neu geschaffene Eingangsbereich mit Mensa und Schülercafé bildet nun die gemeinsame Mitte der Schule ab und ist als zentraler Eingangsbereich und Adresse von außen gut ablesbar und auffindbar. Durch Durchbrüche und Entfernen von ganzen Wänden konnten in den Unterrichtsbereichen neue Räumliche Zusammenhänge geschaffen werden.

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Die Sekundarstufe 1 ist in Jahrgangscluster eingeteilt worden. Dies sind ablesbare Einheiten (Homebase) von jeweils drei Unterrichtsräumen, einer Begegnungsfläche, einem Gruppenraum für Differenzierung und Rückzug sowie zusätzlichen Nischen mit Selbstlernbereichen. Die visuelle Verbindung wird durch möglichst große Öffnungen in den Zwischenwänden hergestellt.

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Die noch vorhandenen Flure der sanierten Gebäudeflügel aus den unterschiedlichen Jahrzehnten (50er Jahre, 70er Jahre) wurden soweit wie möglich in die Lernnutzung integriert. Durch feste Stehtischeinbauten entlang der Fensterfronten oder als Kommunikationsbereich mit Teeküche für das Kollegium oder durch Sofas mit hohen umschließenden Lehnen werden die Flure in die Nutzung mit einbezogen.

Auch der naturwissenschaftliche Bereich  ist teilweise als Cluster ausgebildet worden. Neben den  Fachräumen gibt es untereinander verbundene Sammlungen, ein Schülerlabor und Selbstlernzonen.

Die in der Phase Null entwickelten räumlichen Zusammenhänge sind fast vollständig umgesetzt worden.  Im Nachgang zur Phase Null wurde das Thema Öffnung von Schule zum Quartier weiterentwickelt. Jetzt stehen im Untergeschoss ein Mehrzweckraum mit gesondertem Eingang und den dazugehörigen Nebenräume für vielfältige Aktivitäten des Stadtteiles zur Verfügung. Das Untergeschoss öffnet sich zum Norden mit großzügigen Glasfronten. Auch das östliche Außengelände steht nun dem Stadtteil zur Verfügung. Großzügige Sitzelemente prägen den Platz und laden zum Verweilen ein. Durch eine zusätzliche Treppenanlage im Norden und der vorhandenen im Süden wird der öffentliche Platz und Schulhof mit dem Stadtzentrum verbunden und mit dem Quartier verwoben. Der Tag der Einweihung zeigte schon, wie der Platz zukünftig vielfältig genutzt werden kann und wie somit ein neuer lebendiger öffentlicher Raum im Stadtteil entstehen wird, in dem sich Jung und Alt begegnen können.

Wir freuen uns über das Ergebnis und die Entwicklungen und sind gespannt, wie sich die Schule in ihren neuen alten Räumlichkeiten einleben wird. Wir bleiben in Verbindung mit Stadt und Schule und kommen bestimmt wieder!

 

Pressemitteilung der Stadt Wuppertal (10. Juli 2019):
www.wuppertal.de/presse/meldungen/meldungen-2019/juli19/wdg-eingeweiht

Westdeutsche Zeitung (10. Juli 2019):
www.wz.de/nrw/wuppertal/wilhelm-doerpfeld-gymnasium-ist-architektonischer-gewinn-fuer-wuppertal

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