Foto: Eduard Heußen

Bildungscampus – eine Lösung für mehr Chancengleichheit in der Großsiedlung?

am 25. Januar 2018 | von

Der Kongress StadtBildung am 15. März 2018 in Berlin Neukölln sucht nach bundesweiten Lösungsansätze zur Zusammenarbeit von Stadtentwicklung und Bildung in benachteiligten Nachbarschaften.

Anlass sind die Konzepte und Ergebnisse der Entwicklung des Campus Efeuweg in der Neuköllner Gropiusstadt. Doch der Kongress soll sich mit den bundesweiten Erfahrungen mit dem Zusammenhang von Stadtentwicklung und Bildung befassen. Rund acht Millionen Menschen leben in Deutschland in Großsiedlungen. Jede fünfte Mietwohnung befindet sich hier. Großsiedlungen sind auch heute wieder ein Instrument, Wohnungsknappheit in Städten zu begegnen – trotz bekannter Herausforderungen wie der Ballung sozialer Benachteiligung.  Gerade hier stellt sich deshalb die Frage, wie erfolgreiche Bildungsbiografien für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von der sozialen Herkunft ermöglicht werden können.

Der Ausbau und die Gestaltung der sozialen Infrastruktur kann dabei eine zentrale Rolle spielen. Viele Städte versuchen, Bildungschancen  durch Bildungsnetzwerke und -verbünde zu verbessern. Durch Kooperation zwischen den Einrichtungen und eine inhaltliche Zusammenarbeit lassen sich viele Herausforderungen besser bewältigen. Insbesondere in Großsiedlungen ergibt sich dabei die Chance, die Vernetzung von Bildungseinrichtungen und die städtebauliche Gestaltung mit einer Campusentwicklung zu verbinden.

Es gibt inzwischen bundesweit Erfahrungen, wie Campusansätze und Bildungsnetzwerke zu besserten Chancen beitragen können. Wie gelingen eine engere Zusammenarbeit der Bildungsinstitutionen und die Öffnung zum Sozialraum? Und wie können Bildung und Stadtentwicklung gemeinsam dazu beitragen? Auf der Tagung „Bildungscampus – eine Lösung für mehr Chancengleichheit in der Großsiedlung“ wollen wir über Erfolgsmöglichkeiten und gute Beispiele diskutieren.

Vorträge und Workshops

Dr. Karl-Heinz Imhäuser, Vorstand der Carl Richard Montag Förderstiftung, hält die erste Keynote-Rede unter dem Titel „Anders Lernen für die Zukunft – Kompetenzen, Wissen und Arbeitsweisen für Bildung in schwierigen Nachbarschaften“. Dabei setzt er sich insbesondere mit dem professionellen Lernen der Pädagogenteams unter den Stressbedingungen an schwierigen Standorten auseinander und wie sie die Potentiale des Standortes effektiv nutzen können. Die zweite Keynote-Rede hält der Experte für Großsiedlungen in Deutschland, Dr. Bernd Hunger vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. zum Thema „Bildung, ein Stadtentwicklungsthema in Großsiedlungen“.

Workshops mit den Teilnehmenden befassen sich mit den Lehren aus vielen Beispielen in der Bundesrepublik mit dem Ziel, verallgemeinerbare Erkenntnisse  herauszuarbeiten und diese zu einer Art Manifest zusammenzutragen. Die Themen sind: „Verwaltungszusammenarbeit über Verantwortungsgrenzen hinweg – Strategische Zusammenarbeit mit politischen Zielen“,  „Lernort Sozialraum in Großsiedlungen – Jenseits des Klassenzimmers – Der Sozialraum als Lernort in der Großsiedlung“, „Bildungsorte als Identifikationsraum in der Großsiedlung – Das Beispiel Leipzig-Grünau“, „das ‚Dazwischen’ gestalten – öffentlicher und halböffentlicher Raum als Bildungsort in der Großsiedlung“, „Steuerung lokaler Bildungslandschaften: Management-Knowhow – Gelingensbedingungen und Hindernisse“, „Ankommen und Weiterkommen: Pädagogische Strategien in der Ankunftsstadt Stuttgart“, „Medienkompetenz: Chancen durch digitale Bildung für bildungsferne Familien“,   „Leuchtturm im ‚Problemviertel’ –  Passen Naturwissenschaften in die Großsiedlung?“. Last but not least: „Der Campus Efeuweg in der Gropiusstadt: Pädagogisches Bauen, Stadtplanung, Bildungsprogramm”.

Eingeladen sind Pädagogen, Stadtplaner, Wohnungsgesellschaften, Wissenschaftler, Bildungsmanager, Politik und Verwaltung. Es wird ein Arbeitskongress, an dem selbstverständlich auch die Schülerinnen und Schüler mitwirken. Die Tagungsstädte, das Gemeinschaftshaus Gropiusstadt ist problemlos mit der U-Bahnlinie 7 im gut ausgebauten öffentlichen Berliner Verkehrsnetz zu erreichen. (Bahnhof Lipschitzallee).

Wer mehr über die Entwicklung des Campus Efeuweg wissen will findet hier weitere Informationen:   Campus-Efeuweg.de

 

DATUM: 15. März 2018
UHRZEIT: 8.30 bis 16.30 Uhr
ORT: Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, Bat-Yam-Platz 1, 12353 Berlin-Neukölln

Anmeldungen, Programmanforderung und Kontakt

Sören Bott, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, soeren.bott@sensw.berlin.de
Eduard Heußen, Leiter der Projektgruppe Campus Efeuweg, brodersen.heussen@t-online.de
Julia Nast, Transferagentur für Großstädte, Julia.nast@transferagenturen-grossstaedte.de

 

Eduard Heußen, Leiter der Projektgruppe Campus Efeuweg, arbeitet als Bildungsmanager und Schulentwickler in Berlin. Auf Anregung und mit Finanzierung der Wohnungsgesellschaft degewo baute er ab 2007 den Bildungsverbund Gropiusstadt auf.

 

Mehr zum Campus Efeuweg auf Schulen-planen-und-bauen.de:

Fachkongress Campus Efeuweg – Überprüfen und Weiterentwickeln des Masterplans

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