Ein Bund für den Schulbau – Symposium »Schulbau der Zukunft«

am 16. Juni 2017 | von | mit Keine Kommentare

Welche Kriterien muss ein Schulbau erfüllen, um leistungsfähig für die Zukunft zu sein? Dieser Frage stellt sich am 20. Juni 2017 ein Fachsymposium in Berlin.

Gemeinsam mit dem Bund Deutscher Architekten und dem Verband Bildung und Erziehung engagiert sich die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft für einen zukunftsfähigen Schulbau. Anlässlich des Erscheinens der vollständig überarbeiteten 3. Auflage der »Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland« wird sich ein ganztägiges Symposium dem Thema »Schulbau der Zukunft« am 20. Juni 2017 in Berlin widmen.

Im Rahmen des Symposiums sollen inhaltliche Eckpunkte erarbeitet und mit einer breiten Fachöffentlichkeit und Vertretern der Politik diskutiert werden, an denen sich die Förderung durch Bund und Länder orientieren kann. Neben den Leitlinien werden im Rahmen des Symposiums Studien zum Brandschutz im Schulbau sowie zu Raum und Inklusion vorgestellt.

ZEIT: Dienstag, 20. Juni 2017, 9.30 bis 16.00 Uhr
ORT: Deutsches Architektur Zentrum DAZ, Köpenicker Str. 48, 10179 Berlin
VERANSTALTER: Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft / Bund Deutscher Architekten / Verband Bildung und Erziehung

Die Veranstaltung ist kostenlos, um Anmeldung bitten wir bis zum 20. Mai 2017: jugend-und-gesellschaft[at]montag-stiftungen.de

 

Zum Hintergrund

Förderung für „gute Schulen“ – nach welchen Kriterien?

Im Juli 2016 hatte die Landesregierung NRW das Programm „Gute Schule 2020“ auf den Weg gebracht. Nun werden – auch mit Blick auf die geplanten Investitionen des Bundes – Fragen laut, wie diese Gelder bereits eingesetzt werden. Ministerpräsidentin Kraft und Schulministerin Löhrmann hatten den Fördernottopf mit 2 Milliarden Euro entschieden, Finanzminister Walter-Borjans legte das Programm auf. Die NRW Bank ist mit der Umsetzung beauftragt und weist Städten und Kommunen im Land einen Betrag zu. Köln bekommt so z. B. über 99 Millionen Euro, Duisburg 86 Millionen. [1] Die Förderung ist befristet bis 2020. Um die Fördergelder zu bekommen, müssen Städte und Kommunen ihre Projekte bei der NRW Bank einreichen. Verwendet werden können die Gelder sowohl für einen neuen Schulbau, als auch für die digitale Ausstattung oder neue Schultoiletten. Kriterien für die Gewährung des Kredites nannte Finanzminister Walter-Bojans im Interview mit dem WDR 5 [2]: Für die Vergabe der Finanzmittel ausschlaggebend sind die Schülerzahl in den Städten und Gemeinden und deren finanzielle Lage.

In der Berichterstattung zu kurz kommt aber der wichtigste Punkt aller Förderprogramme: Was sind die zentralen Kriterien, die sicherstellen, dass wirklich „gute Schulen“ für die Zukunft entstehen? Wie können die Fehler früherer Förderprogramme vermieden werden, bei denen Investitionen in veraltete Klassenraum-Flur-Strukturen geflossen sind? Um leistungsfähig zu sein, heute und in Zukunft, benötigen Schulen mehr als Geld. Sie brauchen Konzepte, die die großen Herausforderungen im Schulbau adressieren: ein unerwarteter, dramatischer Bevölkerungszuwachs in den Ballungsräumen mit enormen Steigerungen der Schülerzahlen und dem Bedarf an Neubauten, die flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen, die Umsetzung der Inklusionsforderung, die Erfordernisse der Digitalisierung und nicht zuletzt ein grundlegender Wandel im pädagogischen Verständnis von Schule und Unterricht.

Die Schulen der Zukunft benötigen eine alle Bereiche der Bildungsinstitution umfassende Neukonzeptionierung, die in einem integrierten Planungskonzept mit den Beteiligten vor Ort erarbeitet wird. Damit die Trendwende im Schulbau gelingt, sind künftige Förderprogramme für Investitionen in schulische Infrastruktur mit einem klugen Anreizsystem zu verbinden, das einen leistungsfähigen Schulbau befördert.

Die Frage, wie Kriterien für einen leistungsfähigen Schulbau helfen können, um die dringend erforderlichen strukturellen Veränderungen – auch durch Förderprogramme – zu unterstützen, steht im Zentrum des Symposiums „Schulbau der Zukunft“.

 

[1] WDR, Marode Schulen in NRW, WDR Markt vom 26.04.2017:
www.ardmediathek.de/Marode-Schulen-in-NRW

[2] WDR 5 Morgenecho vom 25.04.2017, Sanierungsspritze für Schulen:
www.wdr.de/wdr5-morgenecho-westblick

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