Machbarkeitsstudie „Bildungsband Osdorfer Born“ vorgestellt

am 03. April 2017 | von | mit Keine Kommentare

Was haben Stadträume wir Plätze, Straßen, Wege und Grünflächen mit Bildung zu tun? Elf Maßnahmen für bessere Außenräume und Wege im Osdorfer Born sind entworfen und werden nun schrittweise umgesetzt.

Mögen diese Fragen andernorts für Unverständnis und Kopfschütteln sorgen, so sind sie am Osdorfer Born inzwischen Teil eines erweiterten Verständnisses von Stadtplanung. Dies zeigte die sowohl von Schüler/innen als auch von Stadtteilakteur/innen gut besuchte Vorstellung der Ergebnisse des Entwurfs- und Beteiligungsprozesses Bildungsband Osdorfer Born – Die Bildungslandschaft Osdorf/Lurup finden und entwerfen durch das Projektteam studio urbane landschaften – bildung (Thomas Gräbel, Sabine Rabe, Hille von Seggern),  gemeinsam mit dem Bezirksamt Altona und der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft.

Der Präsentation der Machbarkeitsstudie ging die Einweihung des neuen Zugangs zum Bürgerhaus durch die Bezirksamtsleitung Frau Dr. Liane Melzer voraus. Sie war es auch, die in ihrer Vorstellung sehr lobende Worte über den Beteiligungsprozess fand und die Bedeutung des Zusammenhangs von Bildungseinrichtungen und Freiräumen hervorhob.
Herr Dr. Karl-Heinz Imhäuser betonte in seiner Einführung die Besonderheit der Akteurskonstellation, die die Umsetzung des Projektes überhaupt erst möglich gemacht habe. Das Thema der Bildungslandschaften ist zwar seit über zehn Jahren in Deutschland präsent und wird an zahlreichen Orten umgesetzt, jedoch nicht bezogen auf die Qualitäten und die Gestaltung der Außenräume.

Bestand die im Rahmen der Schulentwicklungsphase Null der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule entwickelte Idee des „Bildungsbandes“ im Ursprung darin, die unterschiedlichen Bildungs- und Sozialeinrichtungen im Stadtteil gut und sichtbar miteinander zu verbinden, so wurde während des Entwurfs- und Beteiligungsprozesses die Frage nach der Verbindung der Einrichtungen auf den gesamten Stadtteil ausgedehnt. Die Planer/innen sahen die Aufgabe des Bildungsbandes darin, die Bildungs- und Sozialeinrichtungen nicht allein miteinander, sondern stärker mit dem Alltag der Bewohner/innen in Beziehung zu setzen. Dabei kommt den Freiflächen und öffentlichen Räumen eine besondere Bedeutung zu. Qualitätsvolle Freiräume führen dazu, dass sich die Menschen dort wohl fühlen, dass sie Spaß haben, sich hier zu bewegen, dass sie sich draußen aufhalten und einander begegnen.

In dem breit angelegten Entwurfs- und Beteiligungsprozess wurden sowohl Stadtteilaktivist/innen, Vertreter/innen von Bildungs- und Sozialeinrichtungen, Bewohner/innen als auch die Schüler/innen mit dieser Fragestellung betraut und in den Entwurfsprozess eingebunden. Parallel wurden die Ziele des Bildungsbandes immer wieder in den verschiedensten Stadtteilgremien vorgestellt und diskutiert. Im Ergebnis konnte ein tiefes Verständnis für die Belange des Stadtteils wie für seine jugendlichen Bewohner/innen im Besonderen entwickelt werden.

Mehrere der aus diesem Prozess heraus entwickelten Maßnahmen befinden sich inzwischen in der planerischen Umsetzung. Sie sollen mit Mitteln aus dem Rahmenprogramm integrierte Stadtentwicklung RISE (dem Hamburger Folgeprojekt des Bundesprogramms Soziale Stadt) finanziert werden. Mit dem Weg am Barls wird derzeit auf einem Teilstück des Bildungsbandes exemplarisch die Ausstattung der Wege entwickelt.

In einer großen Mitmachaktion wird im Sommer anlässlich des 50-jährigen Stadtteiljubiläums eine Maßnahme, der „Born Loop“ temporär sichtbar gemacht und erprobt. Eine Werkstatt und ein Testlauf sollen Erkenntnisse darüber liefern, unter welchen Bedingungen im Osdorfer Born die Erstellung einer Rollskistrecke denkbar wäre. Gleichzeitig soll die Aktion auf die Bedürfnisse der örtlichen Langlaufgruppe aufmerksam machen und für mehr Öffentlichkeit sorgen.

 

Thomas Gräbel ist Architekt, Stadtforscher und Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung im studio urbane landschaften – bildung.

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