Rosenmaarschule, KölnFoto: Stefan Bayer

Gemeinsame Studie „Raum und Inklusion“ mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung vorgestellt

am 30. November 2015 | von | mit Keine Kommentare

Das von der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft mit initiierte und gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsvorhaben „Raum und Inklusion“ wurde im Rahmen der Inklusionstage am 23. und 24. November in Berlin als Teil der Maßnahmen des BMBF für den Nationalen Aktionsplan 2.0 der Öffentlichkeit präsentiert.

Auf den Berliner Inklusionstagen 2015 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Berliner bcc den Arbeitsentwurf des Nationalen Aktionsplans (NAP 2.0)* der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) vorgestellt. Im Rahmen dieser Tagung wurde im „Panel 3: Bildung“ durch Dr. Tonja Bieber vom BMBF und Dr. Karl-Heinz Imhäuser von der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft als Förderpartner die Studie als Teil des Maßnahmenpakets des BMBF zum NAP 2.0 der Öffentlichkeit präsentiert.** Das vorgestellte Forschungsvorhaben stieß dabei auf großes Interesse der anwesenden Expert/innen wie der Teilnehmer/innen des Auditoriums und wurde einhellig begrüßt.

Mit der Forderung nach Inklusion verändern sich auch die Raumanforderungen im Schulbau. Die bisher vielfach nach Förder-/Sonderschulen getrennte Behandlung bedarf nun einer gemeinsamen Grundlage für Flächenannahmen und Förderung. Die Vorstellung, Inklusion sei „flächenneutral“ umzusetzen oder immer fallabhängig zu lösen hat sich als nicht praktikabel erwiesen. Vor diesem Hintergrund ist ein Orientierungsrahmen notwendig, der die Flächen- und Raumansätze, die bisher in einem stark ausdifferenzierten System von allgemeinbildenden und Förder-/Sonderschulen existierten, als konzeptionelle und räumliche Einheit behandelt. Damit gilt es auch zu vermeiden, dass die alte Systematik der Separation auf die Regelschulen übertragen wird.

Die Ergebnisse der Studie sollen in einer geeigneten Kurzform der breiten Fachöffentlichkeit, insbesondere Entscheider/innen an den Schnittstellen Inklusion und Schulbau, zugänglich gemacht werden. Eine entsprechende Verbreitung ist über die Netzwerke der involvierten Kooperationspartner, insbesondere das der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, gewährleistet. Den Akteur/innen in Ländern und Kommunen soll so ein Orientierungsrahmen zur Verfügung gestellt werden, der als Basis für die konkreten Projektplanungen von Neu- und Umbaumaßnahmen genutzt werden kann. Darüber hinaus sollen die Arbeitsergebnisse gleichzeitig als Empfehlungen für die Ausgestaltung der künftigen Schulbaurichtlinien auf Landes- und kommunaler Ebene dienen.

Die Forschungsstudie wird in einem Forschunsgverbund durchgeführt vom Lehrstuhl für internationale Lehr-/Lernforschung (Professor Dr. Kersten Reich) der Universität zu Köln und dem bueroschneidermeyer (Dipl. Ing. Jochem Schneider). Die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft begleitet das Vorhaben unterstützend.

Der Arbeitsprozess wird in drei Phasen strukturiert:

  1. Recherche
    Aus den konkreten Erfahrungen von acht Schulen in Deutschland, einer Schule im europäischen Ausland und einer Schule im außereuropäischen Ausland sollen Funktions- und Organisationsmodelle und Flächenbedarfe benannt werden, die für den (Um-)Bau von Lern- und Gemeinschaftsflächen sowie von Teambereichen relevant sind. Parallel werden fünf Musterraumprogramme aus dem deutschsprachigen Raum im Hinblick auf die Anforderungen der Inklusion untersucht. Die Angaben für allgemeinbildende Schulen und Förderschulen werden verglichen und in Bezug gesetzt.
  2. Vergleich
    Diese Arbeitsschritte münden in einer vergleichenden Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse der Modellprojekte und einer Gegenüberstellung mit den Annahmen der Richtlinien.
  3. Auswertung und Empfehlung
    Auf dieser Grundlage werden quantitative und qualitative Empfehlungen für inklusive Schulen mit beispielhaften räumlichen Organisationsmodellen erarbeitet. Die Arbeitsergebnisse werden in einem Fachgespräch mit Experten diskutiert und in einem Schlussbericht aufbereitet. Der ausführliche Schlussbericht wird in einer übersichtlichen Kurzversion durch die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft publiziert und somit die zentralen Ergebnisse zur Orientierung öffentlich zugänglich gemacht.

Die Fertigstellung der Studie ist für Mitte 2017 geplant.

 

* „Unser Weg in eine inklusive Gesellschaft“ – Arbeitsentwurf zur Durchführung des Beteiligungsverfahrens im Rahmen der Inklusionstage 2015, Nationaler Aktionsplan 2.0 der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), Entwurf Stand 16.11.2015

** NAP 2.0, S. 31ff.

 

Foto: Rosenmaarschule Köln, Fotograf: Stefan Bayer

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »